Die wahre Bedeutung von Ostern
Für viele Menschen ist das Kreuz das Symbol des christlichen Glaubens. Es ziert Kirchengebäude, wird zum Bekenntnis als Schmuck getragen und in Kirchenliedern besungen. Das Kreuz soll daran erinnern, dass Jesus Christus sein Leben gegeben hat, um Menschen mit Gott zu versöhnen und ihnen Vergebung zu schenken.
Doch die christliche Botschaft endet nicht am Kreuz. Wenn sie dort enden würde, wäre sie letztlich nur die Geschichte eines tragischen Todes. Die eigentliche Hoffnung des christlichen Glaubens liegt darin, dass das Grab Jesu am Ostermorgen leer war.
Jesus lebt!
Paulus, ein bekannter Prediger der Botschaft Jesu formulierte es einmal sehr deutlich:
Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist unser Glaube nutzlos und eure Sünden lasten noch immer auf euch. (1. Korintherbrief 15,17)
Mit anderen Worten: Ohne das leere Grab Jesu am Ostermorgen gäbe es keine echte Hoffnung. Denn Christen glauben nicht bloß an ein schönes Ideal, ein Vorbild oder einen großen Lehrer aus der Vergangenheit. Sie glauben an den lebendigen Sohn Gottes, der für unsere Sünde mit seinem Leben bezahlt hat und der den Tod mit seinem Leben besiegt hat.
Darum gehören Karfreitag und Ostern untrennbar zusammen. Am Kreuz sehen wir Gottes Liebe, und im leeren Grab sehen wir seine Macht.
Aber was bedeutet das für uns heute?
Ostern bedeutet: Deine Schuld kann verschwinden
Jeder Mensch hat Schuld in seinem Leben; manche tragen eine unglaubliche Last mit sich herum. Das sind zugefügte Verletzungen, nicht eingehaltene Versprechen, Erinnerungen an schreckliche Fehler, zerbrochene Beziehungen oder andere Dinge, die sie gerne ungeschehen machen würden. Vielleicht wünscht auch du dir manchmal, dass du einfach von vorne anfangen könntest.
Die Bibel sagt, dass Jesus genau dafür gekommen ist.
Am Kreuz nahm er die Schuld aller Menschen auf sich, die ihre Schuld wirklich ernsthaft bereuen und darauf vertrauen, dass Jesus sie davon befreien kann. Aber erst seine Auferstehung lieferte den Beweis dafür, dass sein Opfer wirklich gilt.
In einer der kürzesten Zusammenfassung des Evangeliums1, im Römerbrief macht Paulus deutlich, dass unser Freispruch von der Auferstehung Jesu abhängt. Dort lesen wir:
… dass wir durch Jesu Tod die Vergebung all unserer Sünden haben und seine Auferstehung uns den Freispruch bringt. (Römerbrief 4,25)
Durch die Auferstehung Jesu von den Toten zeigte Gott: Es ist alles Nötige getan, damit wir von Schuld befreit vor Gott leben können.
Das bedeutet aber auch: Bei Gott gibt es echten Neuanfang. Schuld kann verschwinden. Gott verspricht, dass er unsere Schuld zertreten und ins tiefste Meer werfen wird (Bibel, Micha 7,19). Wer zu Jesus gehört, wird nicht mehr von seinem Versagen aus seinem alten Leben bestimmt, sondern darf ein völlig neues Leben mit Gott leben.
Ostern bedeutet: Neues Leben kann beginnen
Aber die christliche Hoffnung auf ein neues Leben gilt nicht nur irgendwann in der Zukunft, wenn Gott alle sichtbaren und greifbaren Probleme beseitigt. Sie betrifft schon das Leben hier und jetzt.
Die Bibel sagt, dass Gott Menschen innerlich neu machen kann. Sie nennt das „neues Leben“ oder „Wiedergeburt“. Damit ist keine religiöse Selbstverbesserung gemeint, sondern eine Veränderung, die Gott selbst durch seinen Heiligen Geist im Herzen der Menschen bewirkt.
Wer an Jesus glaubt, darf erleben, wie sich Denken, Wollen und Fühlen verändern. Es wachsen Glaube, Hoffnung, Liebe und Zufriedenheit, wo vorher Angst, Neid und Zweifel uns beherrschten.
Das alles geschieht nicht über Nacht und und man wird auch nicht perfekt. Aber die Bibel sagt, dass derselbe Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat, auch heute noch neues Leben schenkt und verändert.
Ostern bedeutet: Der Tod ist nicht das Ende
Vielleicht ist das die tiefste Frage unseres Lebens: Was bleibt am Ende?
Wir leben in einer Welt voller Unsicherheit. Krankheit, Leid und Tod gehören zu unserer Realität. Und doch dürfen wir sicher sein, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Jesus starb nicht, weil er keine andere Wahl hatte, sondern weil er sterben wollte – und zwar für ein ganz bestimmtes Ziel: um Sünder zu retten.2 Denn im Gegensatz zu vielen Märtyrern der Geschichte, die bereit waren für eine gute Sache zu sterben, die aber letztendlich gezwungenermaßen durch die Hand des Henkers starben, sagte Christus von sich:
Niemand nimmt mein Leben von mir, sondern ich lasse es. Ich habe die Macht, es zu lassen und es wieder zu nehmen. (Johannes Evangelium 10,18)
Denn tatsächlich übergab Jesus bewusst seine Seele der Hand des Vaters, bevor Blutverlust und Schmerzen sein Leben beenden konnten. Und drei Tage später bewies Jesus seine Macht, indem er von den Toten auferstand und alles veränderte. In seiner Auferstehung hat Jesus dem Tod die Macht genommen.
Schon die ersten Christen verstanden Ostern als Anfang von etwas viel Größerem, das noch kommen sollte. Paulus nennt Jesus den „Erstling“ der Auferstandenen – wie bei der Ernte eine erste Frucht weitere Früchte zur Folge hat.
Eine Einladung
Ostern ist mehr als ein kirchliches Fest oder eine alte Tradition. Es ist ein Neubeginn. Es ist der Beginn einer neuen Art Leben, einer neuen Art von Beziehung – zu Menschen und zu Gott – und einer neuen Art der Hoffnung. Wir dürfen Hoffnung haben – in diesem Leben, selbst wenn wir versagen, und über den Tod hinaus.
Wir dürfen hoffen, weil Gott sich uns zugewandt hat.
Wir dürfen hoffen, weil er uns Vergebung anbietet.
Und wir dürfen hoffen, weil er ein Leben schenkt, das stärker ist als der Tod. Ein Leben frei von Schuld, Sorgen und Angst.
Der christliche Glaube beginnt nicht mit perfekten Menschen. Er beginnt mit Menschen, die einsehen, dass sie Gott brauchen – und die erkennen, dass der perfekte Gott längst zu ihnen gekommen ist. Jesus sagte einmal:
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. (Johannes Evangelium 11,25)
Darum feiern Christen Ostern, das Fest der Auferstehung: weil Jesus lebt, weil er das Leben ist – und weil er Leben im Überfluss schenkt.
Vielleicht ist in diesem Jahr Ostern auch für dich der Moment, diese neue Art der Hoffnung zu erleben.
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Fußnoten
- Evangelium ist Griechisch und bedeutet „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“; ein Begriff, der häufig von Botschaftern benutzt wurde, um Bürgern mitzuteilen, dass ein Tyrann besiegt, ein Krieg gewonnen und Freiheit erlangt wurde. ↩︎
- In Johannes 10,15 bezeichnet Jesus sie als „Schafe“, weil er für sie wie ein Hirte ist, der sich um sie kümmert. Und in Johannes 15,13 spricht er von ihnen als seine „Freunde“, für die er sein Leben lässt, während Paulus im Römerbrief davon spricht, dass Jesus für seine „Feinde“gestorben ist, um deutlich zu machen, dass Jesus ohne Vorbedingung die liebt und rettet, die ihn vorher abgelehnt haben. Er macht uns aus aus Gnade zu seinen Freunden. ↩︎

